„Ritter Rost“: Lesung, Musik und Signierstunde in der Recklinghäuser Stadtbibliothek Jörg Hilbert hat Musik und eine turbulente Familiengeschichte im Gepäck. ONsüd-Bild: Ellen Bische Am Sonntag, 17. September, ist ab 11 Uhr der Kinderbuchautor Jörg Hilbert zu Gast in der Stadtbibliothek, Augustinessenstraße 3. Er wird aus dem neuesten Band seiner Kinderbuchreihe „Ritter Rost“ vorlesen, die in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag feiert. Anschließend finden eine Signierstunde und ein Buchverkauf statt. Der Essener Autor und Illustrator präsentiert in „Ritter Rost und Familie Schrottkompott“ eine „schräg- schöne“ Geschichte über Chaosfamilien und Familienglück. Mit dabei sind Ritter Rost, Burgfräulein Bö und Feuerdrache Koks. Die Illustrationen werden auf einer Leinwand gezeigt, dazu gibt es neue Songs auf der Ukulele. Die Lesung ist geeignet für Kinder ab vier Jahren. Das Angebot wird gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und ist d...
Die Weihnachtsfee von Dirk Hoffmann Teil 2 Der Schneefall nahm zu. Binnen kurzer Zeit war wirklich alles mit einer weißen Decke überzogen. Kathi fand es einfach herrlich. Ob der Schnee schon genügte, um einen Schneemann zu bauen? Das musste sie unbedingt versuchen. Eifrig begann Kathi die erste Kugel zu rollen. Schon bald stand ein beachtlicher Mann aus drei weißen Kugeln vor ihr. Was noch fehlte war das Gesicht. Zwei kleine Steine für die Augen waren schnell gefunden. Ein kleiner krummer Stock machte sich gut als Mund. Fehlte nur noch eine Nase. Bei diesem Gedanken stieg ihr der Geruch von Mutters frisch gebackenen Plätzchen in die eigene Nase, der aus dem geöffneten Küchenfenster nach draußen gelangte. „Willst du nicht doch ein paar Plätzchen?“ Andreas sah aus dem Fenster und schwang ein Vanillekipferl wie eine Trophäe in seiner Hand. „Ja sicher. Lass mir bloß etwas übrig“, rief Kathi. „Mama sagt, du sollst hereinkommen, es wird bald dunkel“, sagte Andreas schmatzend. „Ja ich k...
von Dirk Hoffmann Die Geschichte von Merle und Morle begann an einem kalten Abend im ausgehenden November. Merle war vor wenigen Tagen elf Jahre alt geworden. Sie sah aus dem Fenster und betrachtete den starken Regen, der vom Himmel stürzte. Alles war nass, die Straße vor dem Haus erinnerte an einen Fluss. Große Tropfen schlugen gegen die Scheibe, dass es nur so knallte. Gerne hätte Merle draußen gespielt, aber das Unwetter ließ es auf keinen Fall zu. Seufzend schaute das Mädchen auf die Straße. Die wenigen Blumen, die es im Mutters Vorgarten noch gab, ließen die Köpfe hängen. Noch vor wenigen Wochen hatte dort alles prächtig geblüht. Jetzt sahen die Beete trostlos aus. Bewegt sich da zwischen den traurigen Blumenresten nicht etwas? Merle war sich sicher, einen kleinen weißen Kopf mit leuchtend blauen Augen gesehen zu haben. Da ist jemand hilflos dem Regen ausgeliefert, dachte sie. Wer immer das auch war, musste unbedingt gerettet werden. Schnell kramte sie ihren Regenmantel aus ...